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Freizeitfahrzeuge

Gas-Tankflaschen in Freizeitfahrzeugen

Gastankflaschen für LPG sind
ein Thema über das jeder Womo Besitzer früher oder später einmal stolpert und auf das wir im Kundenkreis schon mehrfach angesprochen wurden.

Bevor wir zur genauen Definition kommen, lassen Sie uns zuerst auf den Unterschied zwischen LPG (Autogas) und Propangas eigehen.

Was ist LPG (Autogas)?


LPG  (Liqui
fied Petroleum Gas) oder französich GPL (Gaz Petroleum Liquide) besteht nicht aus reinem Propangas, sondern aus einem Butan/Propan Gemisch.

Was ist der Unterschied zwischen LPG und Propangas?


Propangas besteht zu 95% aus Propan, während LPG ein Mischungsverhältnis von 60% Butan zu 40% Propan im Sommer und den umgekehrten Wert, also 60% Propan zu 40% Butan im Winter hat.

Der Butananteil ist im Winter kaum nutzbar, weil er unter –0,5° C nicht mehr verdampft und somit flüssig bleibt. Ist der Propananteil verbraucht gibt die Flasche nichts mehr her, obwohl sie noch zu 40% gefüllt ist. Propan hingegen verdampft bis -42° C, ist damit das ideale Brenn
gas und führt zu keinerlei Verrusung.

Der Butan-Anteil im LPG sorgt dagegen dafür, dass bei der Verbrennung mehr Ruß entsteht. Diese Rußpartikel lagern sich z.B. am Brenner und im Kaminrohr des Kühlschranks ab, was auf Dauer zu Einschränkungen bei der Kühlleistung führt. Bei der Verwendung von LPG ist zu beachten, dass diese Bauteile aus Sicherheitsgründen öfter gereinigt werden müssen –  zwei- bis dreimal pro Jahr.

Um Fehl- oder Falschinformationen, die im Internet zu Hauf kursieren, entgegen zu wirken, hier nun die wichtigsten Punkte zum Thema Gastankflaschen für LPG.

Gas-Tankflaschen und fest eingebaute Brenngastanks unterliegen beide der Europa-Norm ECE R 67.01. Sie müssen den gleichen technischen Anforderungen entsprechen und sind damit technisch gleichgesetzt
.

Diese Tatsache ist vom DVFG (Deutscher Verband für Flüssiggas) als federführende Organsisation bei der Festlegung von Standards bestätigt. Andere Interressen-Organisationen wehren sich allerdings vehement gegen diese Aussage und es kommt daher immer wieder zu den o.g. Fehl- oder Falschinformationen.

Da Gas-Tankflaschen somit Brenngastanks gleichgesetzt sind, ist d
er Einbau in Freizeitfahrzeuge gemäß der Europa-Norm EN 1949 durchzuführen. Dies ist vom DVFG ebenfalls bestätigt.

Die EN 1949 besagt, dass die Anforderung an die Befestigung von Brenngastanks, also hier auch an die der Gas-Tankflaschen, 20g in Fahrtrichtung und 8g waagerecht zur Fahrtrichtung betragen muß!!!

Ein Gastank (hier die Gastankflasche) ist fest verbaut und damit ein Teil des Fahrzeugs, er muß andere Anforderungen erfüllen als eine Tauschflasche, die als Ladung definiert ist und damit weniger stark gesichert sein muss.


Weiterhin fordert die EN 1949 zwingend
eine feste Verrohrung. Gasschläuche sind weder bei Brenngastanks, noch bei Gas-Tankflaschen erlaubt.

Da der Gaskasten eines Freizeitfahrzeugs in der Regel aus Holz oder GFK besteht, ist die Forderung nach 20g/8g durch einfaches Anschrauben mit Metallbändern, die den Tankflaschen zum Selbsteinbau bei Kauf beiliegen, niemals zu erreichen.

Damit die Bedingungen 20g/8g mit Gas-Tankflaschen erreicht werden können, müssen die Metallbänder entweder direkt mit dem Fahrzeugrahmen oder an einer „Hilfsrahmenkonstruktion“ innerhalb des Gaskastens, die diese Bedingung erfüllt, befestigt werden.

Der sachgerechte und vorschriftsmäßige Einbau von Gas-Tankflaschen nach den geltenden Vorschriften unterliegt dabei Anforderungen, die nur von qualifizierten Fachwerkstätten und nicht durch Selbsteinbau erfüllt werden können. Zudem muß der Umbau von einer technischen Überwachungsstelle geprüft und in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein.

Der sachgerechte Einbau muss bei der Gasprüfung mit der Bescheinigung des Fachbetriebs und der Eintragung im Fahrzeugschein nachgewiesen werden.

Liegt dies nicht vor, darf keine positive Prüfbescheinigung ausgestellt werden. Liegt dies vor, aber die Tankflaschen sind mit Schläuchen angeschlossen, und nicht wie von der EN 1949 gefordert fest verrohrt, darf ebenfalls keine Prüfbescheinigung ausgestellt werden!

Befüllung von Gasflaschen und Brenngastanks bzw. Gas-Tankflaschen:

Es ist gesetzlich verboten Gasflaschen, und um solche handelt es sich bei nicht fest am Fahrzeugrahmen befestigten Gas-Tankflaschen, selbst zu befüllen. Eine Befüllung darf nur von Fachpersonal in Füllbetrieben (nicht an Tankstellen!)
getätigt werden.

Fest verbaute und verrohrte Tanks sowie fest verbaute und verrohrte Gas-Tankflaschen, dürfen dagegen an LPG Tankstellen selbst betankt werden.

Wer dagegen verstößt handelt grob fahrlässig
und ist im Schadensfall persönlich haftbar.

Alle weiteren Diskussionen um Gefährdung oder Nichtgefährdung, Sinn oder Unsinn dieser Vorschriften sind müßig. Tatsache ist, Gas-Tankflaschen sind laut Norm eindeutig Brenngastanks
gleichgesetzt und unterliegen somit auch deren Vorschriften!

Da sich die Gas-Tankflaschen nach den o.g. Regeln oft nicht in Wohnmobilen befestigen lassen, sollte vernünftigerweise auf diese verzichtet und normale Tauschflaschen aus Stahl oder ALU verwendet werden.

Zu bedenken ist zusätzlich, dass Gas-Tankflaschen, sofern sie nicht die Bauartzulassung nach ECE R67.01 haben (
Tanks mit Bauartzulassung nach ECE R 67.01 sind NICHT prüfpflichtig), im 10 Jahresabstand druckgeprüft werden müssen. D.h. sie müssen ausgebaut und zu einer zertifizierten Prüfstelle eingeschickt werden, was einen erheblichen, zusätzlichen Kostenfaktor darstellt. Hier ist mit Kosten von 150 € – 200 €/Flasche zu rechnen.



 
 
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